Zwei alte Nordhäuser

Traditionsstätte des Nordhäuser Kornbranntweingewerbes

``Wer kennt ihn nicht, den goldfarbigen, klaren Tropfen, das Lebenselexier der Urväter gegen alle möglichen und unmöglichen Krankheiten und Gebrechen, das Trostwasser gegen üble Laune, Sorge, Weltschmerz und den bösen Herbstnebel?" - so begann eine Festschrift zum 400jährigen Jubiläum des Nordhäuser Korns im Jahre 1907.

Zeitweise über 100 Brennereien und etliche mit dem Gewerbe mittel- und unmittelbar verbundene Gewerke, wie Böttcher, Kupferschmiede, Müller und im besonderen Maße die Landwirtschaft, prägten die ehedem Freie und des Reiches Stadt am Südharz.

Zur 400-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung des Nordhäuser Branntweins im Jahre 1907, gab es noch 66 Brennerein.

Brennerei

Als am 3. und 4. April 1945 die 1000jährige Stadt durch alliierte Bombenangriffe zu über 80 Prozent zerstört wurde, war darunter auch die Mehrzahl der Brennereibetriebe.

Eine der wenigen Brennereien , die diesen Angriff relativ unbeschadet überstand, war die im Jahre 1857 gegründete Kornbrennerei Joseph Seidel, die in den Jahren 1907 - 1908 vom Sohn des Firmengründers Joseph Seidel jun. in der Grimmelallee neu errichtet wurde. 

Blasenbrennanlage

Alte Blasenbrennanlage

Dampfmaschine

Dampfmaschine aus dem Jahre 1905

Im Jahre 1972 wurde der Betrieb verstaatlicht und im Jahre 1988 dem VEB Nordbrand zugeordnet mit dem Ziel der Errichtung einer Traditionsstätte des Nordhäuser Brennereigewerbes.

Unmittelbar nach der Übernahme wurde mit der Sanierung der Betriebsanlagen und der Restaurierung der stark verschlissenen Bausubstanz begonnen.

In einmaliger Art vereinigen sich hunderjährige Zeitzeugen der Technikgeschichte mit modernen Produktionsanlagen zu einem harmonischen Ensemble.

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